Problem Sielwall – Gehwege für Fußgänger!


Der Sielwall ist eine Erschließungsstraße vom Osterdeich aus und deshalb etwas breiter als die sogenannten Wohnstraßen. In den 80er Jahren wurden hier auf den Bürgersteigen Radwege angelegt. Damals war man noch weit davon entfernt, für Straßen dieser Art Tempo 30 anzuordnen – das Radfahren auf der Fahrbahn war wegen der erlaubten hohen Geschwindigkeiten zu gefährlich für Radfahrer.
Heute ist hier Tempo 30 angeordnet und auf der Fahrbahn gibt es sogar Fahrrad-Piktogramme. Die meisten Autofahrer haben sich zwischenzeitlich daran gewöhnt, das Radfahrer die Fahrbahn mitbenutzen und sind entsprechend umsichtig, umsichtiger als viele Radfahrer, die das „Recht“ nun auf ihrer Seite sehen und sich so verhalten, wie man es früher an Autofahrern kritisiert hat. Das Fahrradfahren auf der Fahrbahn ist nun also locker möglich, wären da nicht die aufgesetzt parkenden Autos, vor deren Türen sich Radfahrer zurecht fürchten! Das sogenannte „dooring“ – sich plötzlich öffnende Autotüren - kann zu üblen Stürzen führen.
Wegen einer Baustelle ist an dieser Stelle das Parken momentan nicht möglich. Radfahrer können entspannt die glatte Fahrbahn nutzen, und sie tun das auch lieber als auf dem Gehweg, weil sie auf der Fahrbahn mehr Platz haben.

Fotos: Angelika Schlansky


Höchste Zeit also, das aufgesetzte Parken auf dem Bürgersteig bzw. Baumstreifen zu unterbinden und die Radwege auf den Gehwegen, dort wo es eng ist,

aufzulösen. Am ökonomischsten für die Stadt ist es, wenn der Bürgersteig sowieso aufgerissen wird.
Das war gerade der Fall. Die Firma, die hier tätig war, hat die roten Radwege-Steine fein säuberlich wieder dort verlegt, wo sie vorher waren. Dazu ist die Firma vertraglich verpflichtet. Das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) will das so, bzw. hat keine Vorkehrungen getroffen, hier Synergien zu nutzen. Warum klappt das nicht? Beim Umbau der Humboldtstraße ist es doch gelungen!
Verkehrswende bedeutet: Förderung von Fuß- und Radverkehrs-Infrastruktur, also freie Bürgersteige und freie Fahrt für Radfahrer auf der Fahrbahn, weniger Pkw in der Stadt. Bislang mangelt es in Bremen an einem umfassenden Konzept für den Fußverkehr, wie z.B. in Kiel (Fußwegeachsenkonzept).
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Angelika Schlansky, 8.4.2021